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Nel 4-3-3 di Sarri, quale tridente è ideale per la Juventus? (di Juve10)
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Classifica campionato di Serie A
Squadra Pti Squadra Pti
JUVENTUS 0 Milan 0
Atalanta 0 Napoli 0
Bologna 0 Parma 0
Brescia 0 Roma 0
Cagliari 0 Sampdoria 0
Fiorentina 0 Sassuolo 0
Genoa 0 Spal 0
Inter 0 Torino 0
Lazio 0 Udinese 0
Lecce 0 Verona 0
Classifica completa, risultati, calendario
Le prossime gare in calendario
Data/Ora Cmp Partita
24.08 18:00 A Parma-Juventus
31.08 20:45 A Juventus-Napoli
15.09 15:00 A Fiorentina-Juve
22.09 15:00 A Juventus-Verona
25.09 20:45 A Brescia-Juventus
29.09 15:00 A Juventus-Spal
06.10 15:00 A Inter-Juventus
20.10 15:00 A Juventus-Bologna
27.10 15:00 A Lecce-Juventus
30.10 20:45 A Juventus-Genoa
Calendario completo
Tutte le partite ufficiali della stagione
G. Pti Vit Par Sco Fat Sub  
0 0 0 0 0 0 0 C
0 0 0 0 0 0 0 F
0 0 0 0 0 0 0 N
0 0 0 0 0 0 0 T
Ultime 10 gare ufficiali
Data Cmp Partita Ris
06.04 A Juventus-Milan 2-1
10.04 ChL Ajax-Juventus 1-1
13.04 A Spal-Juventus 2-1
16.04 ChL Juventus-Ajax 1-2
20.04 A Juventus-Fiorentina 2-1
27.04 A Inter-Juventus 1-1
03.05 A Juventus-Torino 1-1
12.05 A Roma-Juventus 2-0
19.05 A Juventus-Atalanta 1-1
26.05 A Sampdoria-Juventus 2-0
Punti 10 - Vinte 2 - Pari 4 - Perse 4
Gol fatti 10 - Gol subiti 14 - Vedi tabellini
Tutte le partite ufficiali della stagione
M Giocatore Pres G.F G.S Esp
12 Alex Sandro 0 - - -
30 Bentancur 0 - - -
33 Bernardeschi 0 - - -
19 Bonucci 0 - - -
77 Buffon 0 - - -
3 Chiellini 0 - - -
16 Cuadrado 0 - - -
13 Danilo 0 - - -
4 De Ligt 0 - - -
2 De Sciglio 0 - - -
28 Demiral 0 - - -
11 Douglas Costa 0 - - -
10 Dybala 0 - - -
23 Emre Can 0 - - -
21 Higuain 0 - - -
6 Khedira 0 - - -
17 Mandzukic 0 - - -
14 Matuidi 0 - - -
27 Pellegrini L. 0 - - -
22 Perin 0 - - -
31 Pinsoglio 0 - - -
- Pjaca 0 - - -
5 Pjanic 0 - - -
25 Rabiot 0 - - -
8 Ramsey 0 - - -
7 Ronaldo 0 - - -
24 Rugani 0 - - -
1 Szczesny 0 - - -
Contributo reparti in fase realizzativa
Difesa 0 - Centrocampo 0 - Attacco 0
Altre statistiche
Giocatori utilizzati 0 (almeno 1 pres.)
Giocatori in gol 0 (0,00%)
Rigori segnati 0 - Sbagliati 0 - Parati 0
Espulsioni 0 (0 giocatori diversi espulsi)
La Juventus dal 1900 ad oggi
Gare ufficiali   Serie A
4.308 Giocate 2.886
2.351 (54,57%) Vittorie 1.583 (54,85%)
1.111 (25,79%) Pareggi 786 (27,23%)
846 (19,64%) Sconfitte 517 (17,91%)
7.731 Fatti 5.037
4.200 Subiti 2.721
C. Europee   Era 3 pti (uff.)
470 Giocate 1.286
257 (54,68%) Vittorie 770 (59,88%)
107 (22,77%) Pareggi 308 (23,95%)
106 (22,55%) Sconfitte 208 (16,17%)
801 Fatti 2.274
425 Subiti 1.119
Tutti i numeri della Juventus
Top 10 - All Time (gare ufficiali)
Presenze Gol fatti
705 Del Piero 289 Del Piero
656 Buffon 179 Boniperti G.
552 Scirea 178 Bettega R.
528 Furino 171 Trezeguet
506 Chiellini 167 Sivori
482 Bettega R. 158 Borel F.
476 Zoff 130 Anastasi
459 Boniperti G. 124 Hansen J.
450 Salvadore 115 Baggio R.
447 Causio 113 Munerati
Classifiche complete
Top 10 - Rosa attuale (gare ufficiali)
Presenze Gol fatti
656 Buffon 78 Dybala
506 Chiellini 55 Higuain
360 Bonucci 44 Mandzukic
182 Dybala 35 Chiellini
162 Mandzukic 28 Ronaldo
157 Alex Sandro 22 Bonucci
137 Cuadrado 21 Khedira
135 Pjanic 19 Pjanic
127 Khedira 14 Cuadrado
105 Higuain 10 Alex Sandro
Classifiche complete
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Heysel, 29.05.1985: Versione italiana Juve English version Juve Deutsche version
I nomi dei caduti - List of victims - Die Namen der Opfer
Photogallery Juve Storia menu

HEYSEL, 29.05.1985
Deutsche version

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Übersetzt von: Mag. Nicole Schmalwieser
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Es ist beinahe Mittag als wir in Brüssel ankommen. Die Reise erschien endlos, vor allem für mich, da ich im Bus nicht schlafen kann. Während der Fahrt hatten wir immer wieder andere Karawanen mit Juventusfans überholt, die wir lautstark begrüßten. Als wir uns der Stadt näherten stieg die Zahl der „weißschwarzen“ Busse unbeschreiblich stark an: es war eine richtige Flut von Juvefans, und - auch wenn es nur Einbildung war - so konnten wir schon alleine deshalb auf ein erfolgreiches Spiel hoffen.

Der Parkplatz, der für uns reserviert worden war, ist riesig und voll von Fans. Ich suche bekannte Gesichter, aber ich weiß, es hat keinen Sinn. Nur ich, Gino und Fabio sind mit dem Bus hierher gefahren, die anderen Fans haben das Flugzeug genommen – die Glücklichen! Wir suchen die Hinweisschilder für das Stadion. Die gibt es aber nicht, oder vielleicht sehen wir sie auch nicht; wir folgen also dem Strom der „Weißschwarzen“ – einer wird schon wissen wo es ist. Kurz eine Fotopause vor dem Atomium: ich habe es tausend Mal in den Geografiebüchern gesehen. Es aber in der Realität zu sehen, hat eine gewisse Wirkung auf mich.

Endlich kommen wir in die Nähe des Stadions: von außen erscheint es mir nichts Besonderes; ich hoffe drinnen ist es besser. Auf den Wiesen rundherum befinden sich unglaublich viele Fangruppen. Einige schlafen, manche essen, andere lesen die Gazzetta. Als wir näher kommen, hören wir die hitzigen Gespräche der tausenden Trainer. Jeder hat seine eigene Aufstellungstheorie und seine eigene Spieltaktik; nur die Hoffnung, dass sich die Niederlage von Athen nicht wiederholt, verbindet uns.

Ich, vorsichtig wie immer, will den Eingang unseres Sektors finden, um nicht unvorbereitet zu sein wenn sie die Gittertore öffnen. Gino und Fabio lachen mich aus, aber sie schließen sich bei meiner Suche an. Wir nähern uns dem Stadion und beginnen an ihm entlang zu gehen. In der Nähe der Tribüne, die die Haupttribüne sein müsste, befinden sich Absperrungen. Hier darf man nicht vorbei. Wir weichen also großräumig aus und nähern uns einer Kurve. Ist das unsere? Ganz in die Suche vertieft, haben wir nicht bemerkt, dass sich die Farbe der umliegenden Wiesen verändert hat: von grün, weiß und schwarz in grün und rot. Hier sind die Liverpoolfans. In meiner illusorischen Hoffnung, dass mein weißschwarzes Hemd und jenes von Fabio nicht ganz so auffallen (als ob das Auswärtshemd von Gino mit dem Ariston-Logo, dem „Scudetto“ und den Sternen wie ein normales Poloshirt aussehen würde…) gehen wir weiter. Ich kann nicht darauf verzichten die Gesichter der englischen Fans heimlich zu mustern; immer mit der Befürchtung den Ausdruck einer Bedrohung zu entdecken und in der Hoffnung eines verschwörerischen Lächelns.

Ein junger Mann entfernt sich von einer großen Gruppe und nähert sich uns. Er lächelt schüchtern, zeigt auf mein Hemd und spricht mich an. Donnerwetter! Wie anders ist doch seine Sprechweise als die von meiner Professorin in der Schule! Obwohl ich nur die Hälfte seiner Worte verstehe, so habe ich doch begriffen, dass er sein Hemd gegen mein Hemd tauschen will. Warum nicht? Vielleicht hatte ich schon auf so etwas in der Art gehofft, und wahrscheinlich genau deshalb habe ich mir außer dem offiziellen Hemd auch eine Imitation bei einem Verkaufsstand vor dem „Comunale“ vor dem Spiel gegen Bordeaux gekauft. Wir tauschen. Ihre Hemden sind schön, in einem Rot das Leidenschaft ausdrückt; wer weiß wann sich Juve dafür entscheiden wird, für die Hemden von der Stange auch so einen glänzenden Stoff zu verwenden. Wir geben uns die Hand und verabschieden uns. Ich wünsche ihm: „Good luck“, aber ich meine es nicht ernst – zumindest nicht heute Abend.

Wir setzen unsere Suche fort; wir erreichen fast das Ende der Kurve vor der Tribuene. Hier ist ein bisschen was los. Wir begreifen die Situation nicht, oder vielleicht verstehen wir sie auch, aber sie erscheint uns unmöglich. Einige Fans befinden sich auf dem Mauerring, der mir in diesem Moment kleiner als irgendwo anders vorkommt; der Stacheldraht beschädigt. Andere Fans reichen ihnen Behälter; es scheinen Bierkästen zu sein. Vielleicht bringen sie auch Spruchbänder hinein, aber etwas sagt mir, dass der erste Eindruck der richtige ist. Diese Leute erscheinen mir weniger freundlich als die die wir vorhin getroffen haben; also entscheiden wir, uns hier nicht allzu lange aufzuhalten und wir beeilen uns wegzugehen. wieder die beruhigende Farbe weißschwarz an, und wir sehen auch einen Zaun mit einem Schild darüber auf dem „Juventus“ steht. Es ist nicht gesagt, dass das der Eingang unseres Sektors ist, aber eine genauere Betrachtung des Stadionplans, der sich auf der Rückseite des Eintrittstickets befindet, lässt uns vermuten, dass es genauso sei. Ich frage alle die ich treffe ob das der Sektor „N“ sei, und pünktlich wie immer nehmen mich Gino und Fabio auf den Arm. Wir sind angekommen, und auch wenn es noch ein wenig früh ist, entschließen wir uns hier zu bleiben. Die Jahre der Fußballspiele in der Als wir beim Sektor der Tribünen vorbei sind, nimmt die Umgebung „Comunale“ haben uns gelehrt, dass, wenn Du nicht sofort beim Öffnen vor dem Eingangstor stehst, nur die schlechten Plätze für dich übrig bleiben

Der Nachmittag schreitet voran; es ist heiß (warum geben sie dir immer ein Fanhemd mit winterlich langen Ärmeln wenn du ein offizielles kaufst?). Die Anzahl der Fans nimmt zu und alle drängen sich eng zusammen. Schon seit einiger Zeit haben wir darauf verzichtet zu sitzen und außerdem hat sich auch ein berittener Polizist unter die Gruppe gemischt. Ich, bei meinem Glück, befinde mich Auge in Auge mit dem Vierbeiner. Ich hoffe, er wurde gut dressiert. Ich grinse den Polizist an, in der Hoffnung, dass er verstehen würde, dass sich hier keine Gangster befinden; aber er bewegt sich nicht vom Fleck. „Na gut, das Wichtigste ist, dass du Fury unter Kontrolle hast“, denke ich.

Die Aufregung steigt. Die Batterie meiner Armbanduhr hat mich im Stich gelassen, aber ich denke, dass es bereits so weit sei. Sie öffnen. Es ist wie ein Schock . Schon vor dem eintreten beginnen die Chöre „Juve, Juve“. Wir sind drin. Wir lassen uns an einer annehmbaren Stelle nieder, in der Nähe der Tribünen und beginnen den Schauplatz des Spiels zu mustern. Der Rasen ist eine Pracht. Hier scheint das Grün – sei es möglich – viel grüner; was für ein Wunder. Aber der Rest ist nichts Besonderes: das Stadion wirkt nicht allzu groß; sicherlich ist es sehr alt und jedenfalls schlecht in Stand gehalten. Sogar die breiten und flachen Stiegen sind zum Teil zerbröckelt. Ich glaube, dass fast das „Comunale“ besser sei, das ich aber so oft angeschwärzt habe. Es beginnen wieder die üblichen „Machtspielchen“ auf den Rängen, als ob die Anzahl der Fans entscheidend wäre. Ich betrachte die gegenüberliegende Tribüne, wo sich unsere „Feinde“ befinden. Aber nicht alles ist rot: im Sektor in Richtung Tribüne sind auch Juvefans. Wer weiß, vielleicht sind wir so viele, dass sie uns auch diesen Teil reserviert haben. Inzwischen füllt sich das Stadion. Um das Warten zu verkürzen unterhält man sich, man liest die Zeitung die man mühsam vom Nachbarn erbettelt hat. Manchmal beginnt jemand mit einem Chor und so halten wir unsere Schals und Fahnen hoch und singen um uns Mut zuzusprechen in der Hoffnung ihn auch an die Spieler weiterzugeben. Hinter mir ist einer, der ein Spruchband mit der Aufschrift „Mama, ich bin hier“ in der Hand hält. Das hatte mir gerade noch gefehlt.

Die Aufregung steigt immer mehr. Ich kann mich nicht mehr beruhigen; wenn das so im Schritttempo weiter geht, habe ich schon bald vor Beginn des Spiels keine Fingernägel mehr.

Ein Dröhnen. Leute mit Juvedress sind auf das Spielfeld getreten. Von hier erkenne ich die Gesichter nicht, es könnte der Masseur sein, genauso aber auch Platini. Wie lange dauert das noch? Es ist fast sieben Uhr. Noch etwas Zeit; die Minuten scheinen mit dem Warten länger zu werden. Ich beruhige mich. Aber das dauert nicht lange an.

Ein Beben geht durch unsere Kurve, vielleicht tauchen die Spieler auf um das Spielfeld zu begutachten. Nein, es passiert etwas in der gegenüberliegenden Kurve. Ich versuche die Situation zu verstehen. Von den zwei Sektoren der Liverpoolfans aus, werden Gegenstände in Richtung des Sektors der Juvefans geworfen. Es sieht aus als wären es Flaschen, vielleicht Steine; ich kann es nicht genau sehen. Der Teil der „Weißschwarzen“ pfeift, auch wir pfeifen. Müssen sie gerade heute Abend Unruhe stiften? Zwischen den beiden Fangruppen entsteht ein Streit. Dann, als ob sie von einem einzigen Impuls gelenkt würden, beginnen die Liverpoolfans sich in Richtung der Juvefans zu begeben. „Es wird wohl Absperrungen geben“, sage ich mir „die Polizei wird schon kommen“, hoffe ich „sie werden hoffentlich stehen bleiben“, bitte ich. Sie bleiben stehen. Aber nur für einen kurzen Moment. Als wären sie von irgendwas getrieben worden, ziehen sich die Engländer zurück und beginnen von Neuem. Dieses Mal bleiben sie aber nicht stehen, sie gehen immer weiter. Die Masse der „Weißschwarzen“ rückt in Richtung der Tribünen, vielleicht verlassen sie das Stadion. Von hier sehe ich, dass sich viele der Richtung des Spielfeldes zuwenden. Vielleicht haben die Zuständigen die Gittertore geöffnet und lassen die Fans aufs Feld treten um Probleme zu vermeiden. Der Sektor ist fast leer. Und die Liverpoolfans sind stehen geblieben; langsam bewegen sie sich wieder in ihren Sektor zurück und singen. Wir versuchen die Situation zu begreifen, aber von hier ist es schwierig.

Der Lautsprecher des Stadions schweigt. Wir hoffen, dass sie das Spiel nicht verschieben. Das wäre echt der Gipfel bis hierher gekommen zu sein und das Spiel nicht gesehen zu haben. Die Minuten vergehen. Der Sektor der Juvefans bleibt leer, all seine Besetzer befinden sich auf dem Feld. Es scheint als hörte ich Sirenen. Die Polizei kommt, oder es sind Krankenwagen; vielleicht hat sich jemand verletzt.

Die Zeit vergeht, jetzt allerdings zu schnell. Also wirklich, was machen sie? Warum sagen sie nichts? Der Lautsprecher des Stadions beginnt Töne von sich zu geben, aber das Durcheinander ist groß und die Nachrichten kommen in Bruchstücken. Wir schaffen es zu verstehen, dass die Kapitäne der Mannschaften eine Verlautbarung vorlesen werden. Man hört eine schüchterne Stimme, es ist Scirea – er sagt uns: „Das Spiel wird stattfinden um den Ordnungshütern bei der Evakuierung des Platzes zu helfen. Bleibt ruhig. Reagiert nicht auf die Provokationen. Wir spielen für Euch.“ Dann eine andere Mitteilung, dieses Mal auf Englisch. Es ist Neal, der Kapitän von Liverpool. Wir verstehen ihn nicht. Aber ist das Spiel gültig?

Das Spielfeld ist noch immer voll von Leuten, zu denen Polizeimannschaften und Soldaten hinzukommen die sich rund um die Absperrlinie des Feldes aufstellen. Das Durcheinander, wenn überhaupt möglich, nimmt zu als einige Juvespieler, immer umgeben von einer Menge Personen, das Feld betreten. Sie erreichen fast unsere Kurve. Im Gedränge glaube ich Cabrini zu entdecken, aber ich bin mir nicht sicher. Es ist spät, der Zeitpunkt des eigentlichen Anpfiffs ist schon vorbei. Scirea hat gesagt: „Wir spielen für Euch“, ich hoffe sie haben es sich nicht noch einmal anders überlegt. Kaum wahrnehmbar hat sich das Feld geleert, all die Leute die dort vorher waren sind verschwunden. Vielleicht sind die Juvefans, die auf das Feld geflohen waren, jetzt in andere Sektoren aufgeteilt worden. Wir haben bemerkt, dass viele Zuseher der Tribüne zu unserer rechten Seite gegangen sind. Vielleicht hatten sie wegen dem Getümmel Angst. Wir sehen einen Durchgang in der Absperrung zwischen den Sektoren und viele Fans in der Kurve gehen durch um sich in den Tribünen niederzulassen. Auch wir machen das, wir wollen ein wenig besser sehen. Keiner ist da um uns aufzuhalten.

Es ist schon neun Uhr vorbei als das Spiel beginnt. Die Minuten die vorher langsam vergingen, gehen jetzt zu schnell vorbei. Die Mannschaften spielen ziemlich gut, alles scheint normal. Ich will mir einbilden als wäre alles normal. Wir führen einige gute Aktionen durch, aber auch die anderen scherzen nicht. Sie sind stark, wir wussten es. Tacconi übertrifft sich mehr als einmal. Am Ende der ersten Halbzeit steht es 0:0. Wir geben einige Kommentare ab, jeder hat seine eigene Taktik um zu gewinnen, aber wir alle scheinen nicht sehr davon überzeugt zu sein. Ein ungutes Gefuehl kommt auf. Die Mannschaften der zweiten Halbzeit kommen herein. In der Juvemannschaft wurde keiner ausgetauscht. Es vergehen etwa zehn Minuten, dann ein Blitz. Boniek bricht aus. Die Zurufe steigen an, die zu einem Dröhnen werden als die Verteidiger der Liverpoolmannschaft ihn niederstrecken. Elfmeter! „Aber war es einer?“ Der Schiedsrichter sagt ja. Platini schießt. Genau unterhalb der Kurve der Unruhen. Anders als sonst, schaue ich mir dieses Mal den Schuss an. Tor! Wir werden siegen. „Wie viel Zeit bleibt noch?“ Jetzt will Liverpool nicht verlieren, und treibt uns in den eigenen Verteidigungsraum zurück. Mein Herz schlägt wie verrückt. Tacconi wehrt auch die Fliegen ab. Es ist fast vorbei. Eine Auswechslung für Juve. Briaschi geht hinaus, Prandelli kommt herein. Wir sichern uns ab, Trap hat länger als üblich damit gewartet. Es fehlt nur mehr ganz wenig. Eine weitere Auswechslung. Vignola kommt anstelle von Rossi. Es ist vorbei! Wir haben gewonnen.

Wir fallen uns um den Hals. Gino weint, aber er will es nicht zeigen. Die Kurve zu unserer linken Seite, wo wir vorher gewesen waren, ist ein weißschwarzes Meer. Wir warten auf die Siegerehrung, wir wollen den so sehr gewünschten Pokal haben. Die Zeit vergeht, aber wir sehen nichts. Haben wir was versäumt? Weitere Minuten, nichts passiert. Was machen sie? Hat sich das Ritual verändert? Nein, endlich kommen die Spieler. Nicht alle sind da. Platini läuft unter der Kurve. Foto. Tardelli und Boniek laufen direkt vor uns vorbei. Noch ein Foto. Der mit dem Bart, wer ist das? Favero. Ein weiteres Foto. Ich sehe keine anderen Juvespieler. Und wo ist der Pokal?

Keiner ist mehr auf dem Feld, ausgenommen Polizisten und Zuständige. Das Stadion leert sich, heute Abend passiert nichts mehr. Wir entschließen uns zu gehen. Wir kehren zum Bus zurück. Mit einem Auge auf die roten Hemden. Nach all dem was passiert ist, man weiß ja nie.

Wir treten die Heimreise an. Kaum aus Brüssel draußen, bleiben wir auf einer Autobahnraststelle stehen. Sie ist geschlossen. „Aber warum? Bei uns sind sie immer offen, oder fast immer“. Wir fahren weiter. Wir sind hungrig. Eine andere Raststätte. Wie ausgemacht. Kaum sieht jemand den Bus kommen, schließen sie. Wir bleiben hungrig und nehmen uns nur der physiologischen Bedürfnisse an. Wir fahren weiter. Wir fahren die ganze Nacht und erreichen die Schweizer Grenze im Morgengrauen. Endlich, eine geöffnete Raststation. Wir bleiben stehen und überfallen buchstäblich die Bar. Wir schauen uns verwundert an. Eine Kellnerin weint. Was passiert hier? Ich suche den Zeitungsstand. Ich will mir eine Ausgabe der Gazzetta kaufen um sie als Erinnerung aufzuheben. Aber ich finde keine. Es gibt nur deutsche Zeitungen. Ich kaufe mir eine. Ich hab ein schulisches Wissen von der deutschen Sprache; aber ich erkenne sofort das Wort, das auf der ersten Seite der Zeitung neben einer so hohen Zahl hervorsticht, dass es gar nicht wahr sein kann: „Tote“. Und die Bilder die ich sehe, versetzen mir einen tiefen Stich ins Herz. Für immer.

Am frühen Nachmittag sind wir zu Hause. Ein Bekannter bietet mir an mich vom Busterminal nach Hause zu fahren. Er sagt mir, dass sie mich in meinem Ort als vermisst gemeldet haben. Ich ging als Gruppenführer auf der Liste der Fans, die von hier abgefahren waren, hervor. Diejenigen, die mit dem Flugzeug früher als wir zurückgekommen waren, hatten erzählt, dass sie mehrmals meinen Namen vom Stadionlautsprecher durchgesagt gehört hatten. Das ist unmöglich, ich hatte nichts gehört. Er sagt mir, dass auch meine Freundin beim Außenministerium angerufen hat. Sie konnten ihr keine Auskünfte geben. Ich komme nach Hause. Meine Mutter umarmt mich und weint. Mein Vater schweigt. Er sieht mich an und geht zur Arbeit. Jahre später würde er mir sagen, dass er noch nie so eine Angst gespürt habe, nicht einmal zu Kriegszeiten.

Ich habe mir die Aufzeichnungen dieses Abends nie anschauen wollen.

Sergio

Copyright Chub

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